Glasgow 1770 – Die Distillery im Portrait

Glasgow 1770 steht für eine neue Generation schottischen Whiskys: urban, eigenständig und fest in der Tradition verwurzelt. In der Destillerie am River Clyde trifft klassisches Handwerk auf den Mut, eigene Wege zu gehen. Das Ergebnis sind Whiskys mit klarer Herkunft, kräftigem Charakter und einer modernen Handschrift.

Die Glasgow Distillery hat sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Besonders spannend ist der Blick auf die rauchigen Abfüllungen von Glasgow 1770, die schottische Tradition nicht kopieren, sondern neu interpretieren. Was steckt hinter der Distille, wie entsteht ihr Whisky und welche Flaschen lohnen die Entdeckung? Wir nehmen dich mit nach Glasgow.

Glasgow 1770 Whiskys aus unserem Sortiment

Für dieses Portrait haben wir drei schottische Abfüllungen mit aktuellem Lagerbestand ausgewählt. Den direkten Weg zu den Flaschen findest du hier: Glasgow 1770 Peated Cask Strength Batch 3, Bruichladdich The Classic Laddie und Ardnahoe 5 Years The Inaugural Release.

 

Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte der Glasgow Distillery

Die Glasgow Distillery Company wurde in den 2010er-Jahren gegründet und knüpft an eine lange, aber zwischenzeitlich unterbrochene Whiskytradition der Stadt an. Glasgow war einst ein bedeutender Standort für Handel, Industrie und Spirituosen. Mit der neuen Destillerie kehrte auch die Herstellung von Single Malt Whisky wieder in die Stadt zurück.

Der Anspruch war von Anfang an klar: Glasgow sollte nicht nur ein Ort für Abfüllung und Vermarktung sein, sondern wieder selbst Whisky produzieren. Dafür verbindet die Distillerie traditionelle schottische Methoden mit einer offenen, experimentierfreudigen Haltung. Genau diese Mischung prägt Glasgow 1770 bis heute.

Whisky aus der Stadt: Glasgow als Herkunft

Ein Whisky aus Glasgow schmeckt nicht automatisch wie ein klassischer Highland- oder Islay-Malt. Die Herkunft zeigt sich hier weniger in einem einzelnen Aromastempel als in der Haltung der Destillerie. Glasgow ist eine lebendige Hafen- und Kulturstadt, geprägt von Industriegeschichte, Handel und kreativer Energie. Dieses Umfeld passt zu einer Brennerei, die gerne mit Rohstoffen, Fasstypen und Rauchprofilen arbeitet.

Die Stadtlage macht Glasgow 1770 außerdem zu einem spannenden Botschafter für modernen schottischen Whisky. Die Destillerie blickt zurück, ohne sich von der Vergangenheit einengen zu lassen. Das ist kein Whisky aus dem Museum, sondern ein Whisky mit klarer schottischer Identität und zeitgemäßem Zugriff.

Wie Glasgow 1770 Whisky herstellt

Vom Getreide zum Destillat

Wie bei jedem Single Malt Whisky beginnt die Reise mit gemälzter Gerste, Wasser, Hefe und viel Geduld. Nach dem Maischen wird die Würze vergoren. In der anschließenden Destillation entscheidet sich, welche Teile des neuen Make in die Fässer kommen. Die Auswahl des Mittellaufs ist dabei ein wichtiger Schritt für Reinheit, Textur und späteren Charakter.

Glasgow 1770 arbeitet mit kleinen Chargen und nutzt die Möglichkeiten einer vergleichsweise jungen Destillerie. Das schafft Raum für unterschiedliche Stilrichtungen: von fruchtig und malzig bis hin zu kräftig getorft und fassstark.

Reifung als Teil der Handschrift

Ein Destillat wird erst im Fass zum Whisky. Eiche, Vorbelegung, Fassgröße, Lagerzeit und das Klima wirken gemeinsam auf Farbe, Aroma und Struktur. Gerade bei jüngeren Destillerien ist es spannend zu beobachten, wie sich die eigene Handschrift mit jeder neuen Fassgeneration weiterentwickelt.

Wie Alter und Klima den Whisky formen, erklären wir ausführlicher im Beitrag Fassreifung in Zahlen: Wie Alter und Klima den Whisky formen.

Rauch, Torf und Fass: der Glasgow-1770-Charakter

Die rauchigen Glasgow-1770-Abfüllungen sind für Whiskyfans interessant, die Torf nicht nur als möglichst lautes Signal verstehen. Rauch kann medizinisch, erdig, aschig, würzig oder süß wirken. Entscheidend ist, wie er mit dem Destillat und dem Fass zusammenspielt.

Bei einem Peated Whisky wird die Gerste während des Mälzens über Torfrauch getrocknet. Dabei lagern sich phenolische Verbindungen an der Gerste an, die später die rauchigen Aromen mitprägen. Im Fass wird dieser Eindruck runder: Vanille, Gewürze, Frucht und Holz können die Kante des Rauchs ausbalancieren.

Auch die Fasswahl eröffnet viele Möglichkeiten. Bourbonfässer bringen häufig Vanille und helle Süße, Sherryfässer sorgen eher für Trockenfrucht, Nuss und dunklere Würze. Ein Finish in einem weiteren Fasstyp kann den Whisky zusätzlich in eine neue Richtung lenken. Mehr über solche Fasswechsel erfährst du in unserem Beitrag Finishing erklärt: Port, Sherry, Rum & mehr.

Glasgow 1770 Peated Cask Strength Batch 3

Der Glasgow 1770 Peated Cask Strength Batch 3 bringt die rauchige Seite der Distillery besonders direkt ins Glas. Cask Strength bedeutet, dass der Whisky mit hoher Fassstärke abgefüllt wird und dadurch mehr Druck, Dichte und aromatische Tiefe mitbringt. Das ist eine Abfüllung für alle, die Whisky gerne unverfälscht und mit etwas mehr Intensität erleben.

Aroma

In der Nase treffen trockener Rauch und geröstetes Malz auf süßere Fassnoten. Dahinter können sich Vanille, dunkles Holz und eine leichte Fruchtigkeit zeigen. Mit etwas Zeit im Glas wird der Duft meist offener und vielschichtiger.

Gaumen

Am Gaumen wirkt der Whisky kräftig und strukturiert. Rauch und Würze stehen im Vordergrund, werden aber von einer malzigen Süße und wärmenden Eichenaromen begleitet. Die Fassstärke verleiht ihm zusätzlichen Nachdruck, ohne dass die Aromen darunter verschwinden müssen.

Abgang

Der Abgang ist lang, trocken und rauchig. Ein paar Tropfen Wasser können die Textur weicher machen und zusätzliche Frucht- oder Vanillenoten hervorholen. Am besten tastest du dich langsam heran, statt sofort viel Wasser zuzugeben.

Drei schottische Perspektiven im Vergleich

Die drei ausgewählten Flaschen zeigen, wie unterschiedlich moderner schottischer Whisky wirken kann:

  • Glasgow 1770 Peated Cask Strength Batch 3: rauchig, kräftig und fassstark – für Fans intensiver Drams.
  • Bruichladdich The Classic Laddie: ungetorft, frisch und malzbetont – eine elegante Islay-Perspektive ganz ohne dominanten Torfrauch. Die Flasche findest du hier im Sortiment.
  • Ardnahoe 5 Years The Inaugural Release: jung, charaktervoll und von Islay geprägt – eine spannende Abfüllung aus einer neuen Generation der Insel-Destillerien. Hier geht es direkt zur Flasche.

So wird deutlich: Schottischer Whisky ist kein einheitlicher Stil. Herkunft, Rauch, Fass und Reife arbeiten zusammen, aber jede Destillerie setzt andere Schwerpunkte.

Glasgow 1770 richtig genießen

Pur oder mit Wasser?

Ein Nosing-Glas und eine Trinktemperatur von etwa 18 bis 20 Grad sind ein guter Start. Probiere den Whisky zunächst pur, damit du seine Grundstruktur kennenlernst. Anschließend können wenige Tropfen Wasser den Alkohol etwas zurücknehmen und neue Aromen öffnen.

Gerade bei einer Cask-Strength-Abfüllung lohnt sich der Vergleich: ein kleiner Schluck pur, ein zweiter mit wenigen Tropfen Wasser und etwas Zeit im Glas. So findest du schnell heraus, welche Seite dir am besten gefällt.

Passende Begleiter

Zu rauchigem Whisky passen dunkle Schokolade, kräftiger Hartkäse oder geräucherte Speisen. Wer es kontrastreicher mag, probiert salzige Nüsse oder getrocknete Früchte. Wichtig ist, dass die Begleitung den Whisky ergänzt und nicht seine Aromen überdeckt.

Weiterführende Artikel

Wenn du tiefer in die Herstellung und Reifung von Whisky einsteigen möchtest, empfehlen wir dir diese bereits veröffentlichten Beiträge aus unserem News-Blog:

Fazit: Glasgow 1770 bringt frischen Wind nach Schottland

Glasgow 1770 zeigt, wie spannend schottischer Whisky aus einer jungen, urbanen Distillery sein kann. Die Marke verbindet die Geschichte einer traditionsreichen Whisky-Stadt mit moderner Produktion, unterschiedlichen Fassideen und einem klaren Bekenntnis zu eigenständigen Aromen.

Besonders die Peated Cask Strength Batch 3 ist eine gute Wahl für alle, die Rauch und Fassstärke mögen. Zusammen mit Bruichladdich The Classic Laddie und Ardnahoe 5 Years entsteht ein kleines Tasting, das drei unterschiedliche Wege durch die schottische Whiskywelt eröffnet.

Slàinte mhath – auf Glasgow 1770 und die nächste Generation schottischer Whiskys!

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